Systemische Elternberatung – Familien stärken durch neue Perspektiven
- Blickpunkt Mensch
- 17. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Eltern stehen heute vor vielfältigen Herausforderungen: Zeitdruck, hohe Erwartungen, Unsicherheiten im Erziehungsalltag und komplexe familiäre Lebenssituationen. Pädagogische Fachkräfte erleben diese Belastungen häufig in ihrer täglichen Arbeit.Die systemische Elternberatung bietet einen wertvollen Ansatz, um Eltern ressourcenorientiert, wertschätzend und nachhaltig zu begleiten.
Was bedeutet systemische Elternberatung?
Die systemische Elternberatung betrachtet Eltern und Kinder nicht isoliert, sondern als Teil eines familiären, sozialen und institutionellen Systems. Verhalten wird dabei nicht als „Problem“, sondern als sinnvolle Reaktion innerhalb eines bestimmten Kontextes verstanden.
Im Mittelpunkt stehen Fragen wie:
Welche Muster und Dynamiken wirken in der Familie?
Welche Ressourcen sind bereits vorhanden?
Wie können neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten entstehen?
Ziel ist es, Eltern zu stärken, ihre eigene Lösungskompetenz zu entdecken und Veränderungsprozesse selbstwirksam zu gestalten.
Grundhaltungen der systemischen Arbeit mit Eltern
Die systemische Elternberatung basiert auf klaren Haltungen, die für pädagogische Fachkräfte besonders wertvoll sind:
Wertschätzung und Respekt gegenüber den Erfahrungen der Eltern
Allparteilichkeit, ohne zu bewerten oder Schuld zuzuschreiben
Ressourcenorientierung statt Defizitfokus
Lösungsorientiertes Denken statt Problemvertiefung
Diese Haltung schafft Vertrauen und eröffnet Räume für echte Entwicklung.
Praxisbeispiel: Systemische Elternberatung in Kita und Schule
Ein Elternteil wird sowohl in der Kita als auch später in der Schule immer wieder auf das Verhalten des Kindes angesprochen.
In der Kita zeigt das Kind Schwierigkeiten beim Ankommen am Morgen, hält Gruppenregeln nicht zuverlässig ein oder reagiert emotional auf Übergänge.
In der Schule treten ähnliche Themen auf: Das Kind fällt im Unterricht durch Unruhe auf, kann sich schwer konzentrieren oder verweigert Aufgaben.
Die Eltern fühlen sich zunehmend unter Druck gesetzt.
Aussagen wie„In der Kita hieß es schon, mein Kind sei schwierig – jetzt in der Schule beginnt es wieder“zeigen,
wie sehr sich die Sorge verfestigt, etwas stimme grundsätzlich nicht.
Systemische Haltung im Beratungsgespräch
In der systemischen Elternberatung wird bewusst nicht nach einer schnellen Ursache im Kind gesucht.
Stattdessen wird der Blick auf das Zusammenspiel der beteiligten Systeme gelenkt: Familie, Kita, Schule und die jeweiligen Übergänge zwischen ihnen.
Typische systemische Fragen sind zum Beispiel:
„Woran merken Sie, dass Ihr Kind sich in der Kita oder Schule sicher fühlt?“
„Gibt es Tageszeiten oder Situationen, in denen es deutlich besser läuft?“
„Was hat in der Kita geholfen – und was davon könnte auch in der Schule unterstützend sein?“
Im Gespräch zeigt sich, dass das Kind besonders bei Wechseln belastet ist:der Abschied am Morgen in der Kita, der Übergang in den Unterricht, der Wechsel von Schule zu Hausaufgaben.
Gemeinsam mit den Eltern werden konkrete, realistische Schritte entwickelt, die sowohl in Kita als auch Schule anschlussfähig sind, zum Beispiel:
klare Ankommensrituale (Begrüßung, fester Startpunkt),
transparente Tages- bzw. Stundenstruktur,
kurze Rückmeldungen zwischen Elternhaus und Einrichtung,
verlässliche Übergänge zwischen Lern- und Entspannungsphasen.
Der Fokus liegt nicht auf Kontrolle, sondern auf Orientierung und Beziehung.
Die Eltern erleben Entlastung, weil sie nicht länger das Gefühl haben, „versagt“ zu haben.
Pädagogische Fachkräfte gewinnen neue Handlungssicherheit, da sie Eltern nicht belehren, sondern in Lösungen einbeziehen.
Das Kind profitiert von stimmigen Rahmenbedingungen, die in Kita und Schule möglichst ähnlich gestaltet sind – ein entscheidender Faktor für Sicherheit und Entwicklung.
Dieses Beispiel zeigt, wie systemische Elternberatung Kita und Schule verbindet, Übergänge begleitet und die Erziehungspartnerschaft stärkt.
In Kitas, Schulen und sozialen Einrichtungen begegnen Fachkräfte immer häufiger Eltern, die verunsichert, überfordert oder emotional belastet sind. Klassische Ratschläge greifen hier oft zu kurz.
Die systemische Elternberatung:
fördert Kooperation statt Widerstand
reduziert Konflikte zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften
stärkt die Erziehungspartnerschaft
unterstützt nachhaltige Veränderungen im Familienalltag
Besonders in herausfordernden Gesprächssituationen bietet der systemische Ansatz hilfreiche Werkzeuge.
Modulare Weiterbildung Systemischer Elternberater
Eltern stärken. Kinder begleiten. Familien verbinden.
28/29.11.26 - 20/21.02.27 - 6x 2Tage
Über die Autorin / den Autor
Stefanie Milz ist systemische Beraterin und Expertin für Resilienzförderung im Kita-Alltag. In ihrer Praxis unterstützt sie Fachkräfte durch Supervision, Fortbildungen und systemische Beratung dabei, Kinder in ihrer Widerstandskraft zu stärken. Mehr zu ihren Angeboten unter: [Webseite / Kontaktmöglichkeit einfügen].
Stefanie Milz
Erzieherin
Systemische Familientherapeutin (SG)
Zertifizierte Marte Meo Supervisorin
Systemische Supervisorin (SG)
Motopädagogin
Neurophysiologische Entwicklungstrainerin



Kommentare